Gefäßerkrankungen haben in der letzten Dekade sowohl medizinisch als auch sozioökonomisch enorm an Bedeutung gewonnen. Die einzelnen Vertreter dieser großen Gruppe von Erkrankungen, insbesondere die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), gehören zu den 10 häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen.
In den letzten Jahrzehnten haben die therapeutischen Möglichkeiten von Gefäßerkrankungen sowohl endovaskulär, chirurgisch als auch medikamentös und lebensstilbezogen einen enormen Aufschwung erfahren. Die Versorgungslandschaft von Gefäßerkrankungen ist jedoch heterogen. Systematisch erhobene Daten zum Verlauf von Gefäßerkrankungen nach therapeutischen Maßnahmen bilden daher meist nur einen umschriebenen Bereich der Versorgungslandschaft ab, beschränken sich auf einzelne Fragestellungen oder stellen Insellösungen dar.
Um dieser Fragmentierung entgegenzuwirken, fungiert das RECording COurses of vasculaR Diseases (RECCORD) Register als prospektive, multizentrische Beobachtungsplattform der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA). Primäres Ziel des Registers ist die flächendeckende, systematische Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung von Behandlungsverläufen in der Gefäßmedizin.
In der aktuellen Ausbaustufe fokussiert sich RECCORD auf die Erfassung von Patienten, die sich einer endovaskulären Revaskularisation bei pAVK der unteren Extremitäten unterziehen.
Mit über 8.000 (Stand Anfang 2026) bereits aufgenommenen Patientinnen und Patienten bildet RECCORD eine umfangreiche und stetig wachsende Datenbasis. Ein zentraler Qualitätsaspekt des Registers ist die Langzeitbeobachtung: Durch feste Follow-up-Erhebungen nach einem und zwei Jahren werden entscheidende Daten zu langfristigen Behandlungsverläufen, Offenheitsraten und unerwünschten Ereignissen generiert.
Diese standardisierte Bündelung klinischer Alltagsdaten über alle Versorgungsstrukturen hinweg schließt die bestehenden Lücken der Versorgungslandschaft. Sie dient der kontinuierlichen Qualitätssicherung, der Evaluation von Therapieverfahren und der Optimierung der evidenzbasierten Patientenversorgung in der Angiologie.

